Spiroergometrie – Leistungsdiagnostik für Herz, Kreislauf und Stoffwechsel

 

   € 190,- 

  • Messung der VO2max mit mobiler Spiroergometrie 
  • Zeitrahmen ca. 90min
  • Handout im pdf Format.

Beim klassischen Laktattest schauen wir vor allem darauf, wie sich der Stoffwechsel unter steigender Belastung verändert. Die Spiroergometrie ergänzt diese Sicht um einen entscheidenden Bereich: Wie leistungsfähig ist dein gesamtes Sauerstoffsystem? Während der Belastung messen wir Atemzug für Atemzug, wie viel Sauerstoff dein Körper aufnimmt und wie viel Kohlendioxid er abgibt. Dadurch erhalten wir ein sehr genaues Bild deiner kardiorespiratorischen Leistungsfähigkeit und können deine VO₂max bzw. VO₂peak direkt messen, statt sie lediglich aus Herzfrequenz, Laufgeschwindigkeit oder Leistung zu schätzen.

Die VO₂max – wie groß ist dein aerober Motor?

Die VO₂max beschreibt die maximale Menge an Sauerstoff, die dein Körper unter Belastung aufnehmen und verwerten kann. Sie gilt als zentraler Referenzwert für die aerobe Leistungsfähigkeit. Die VO₂max ist nicht einfach nur ein Wert der Lunge. Sie entsteht aus dem Zusammenspiel des gesamten Sauerstofftransportsystems. Das Herz muss genügend Blut bewegen. Im Blut transportiert vor allem das Hämoglobin den Sauerstoff zur arbeitenden Muskulatur. Dort müssen Kapillaren den Sauerstoff bereitstellen und die Mitochondrien ihn zur Energiegewinnung nutzen. Damit wird die VO₂max unter anderem beeinflusst durch:

Herzleistung und Schlagvolumen,
Blutvolumen und Hämoglobinmasse,
Sauerstofftransport,
Kapillarisierung,
sowie die oxidative Leistungsfähigkeit der Muskulatur und ihrer Mitochondrien.

Auch Lunge, Ventilation und pulmonaler Gasaustausch gehören zum Gesamtsystem. Wichtig ist jedoch die wissenschaftliche Einordnung: Herzgröße, Eisenstatus, Hämoglobinmenge, Kapillardichte oder Mitochondrien werden bei der Spiroergometrie nicht einzeln direkt gemessen. Wir messen vielmehr das Resultat ihres Zusammenspiels unter Belastung. Genau das macht die Spiroergometrie so interessant.

Mehr als nur die maximale Sauerstoffaufnahme

Für deine Trainingssteuerung interessiert uns nicht nur der höchste Wert am Ende des Tests. Besonders wichtig ist, was auf dem Weg dorthin passiert. Über Sauerstoffaufnahme, Kohlendioxidabgabe und Ventilation können wir unter anderem die ventilatorischen Schwellen bestimmen. Sie helfen uns dabei, Trainingsbereiche individuell festzulegen und zu beurteilen, bei welchen Intensitäten dein Körper überwiegend aerob arbeitet und ab wann die Belastung deutlich anspruchsvoller wird. Die Spiroergometrie erlaubt damit eine differenzierte Betrachtung von aerober Kapazität, Belastungsreaktion und Trainingszonen.  Für dich bedeutet das: Wir trainieren nicht nach pauschalen Prozentwerten, sondern nach deiner tatsächlichen Physiologie.

FATmax und indirekte Kalorimetrie inklusive

Ein weiterer Bestandteil der Untersuchung ist die indirekte Kalorimetrie. Aus dem Verhältnis von Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe können wir bei submaximalen Belastungen abschätzen, ob dein Körper gerade überwiegend Fette oder Kohlenhydrate zur Energiegewinnung nutzt. So lässt sich auch dein persönlicher FATmax-Bereich bestimmen – also die Belastungsintensität, bei der deine absolute Fettverbrennung am höchsten ist. Dieses Verfahren wird in der Sportwissenschaft über die Atemgasanalyse eingesetzt, wobei standardisierte Testbedingungen für eine gute Vergleichbarkeit besonders wichtig sind.  Das ist interessant für:

Ausdauertraining,
Marathon und Ultra,
Triathlon,
Gewichtsmanagement sowie die gezielte Verbesserung des Fettstoffwechsels.

Laktattest oder Spiroergometrie?

Für mich sind beide Verfahren keine Gegner. Sie betrachten die Leistungsfähigkeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Der Laktattest zeigt uns sehr gut, wie sich der muskuläre Stoffwechsel unter Belastung verändert. Die Spiroergometrie zeigt uns, wie Herz, Kreislauf, Atmung und Energiestoffwechsel als Gesamtsystem auf die Belastung reagieren. Gerade deshalb können beide Verfahren – je nach Fragestellung – sehr wertvoll sein.

Dein Nutzen aus der Spiroergometrie

Am Ende sollst du nicht einfach einen Ausdruck mit vielen Kurven und Zahlen bekommen. Du sollst wissen:

Wie leistungsfähig ist mein Herz-Kreislauf-System?
Wie hoch ist meine tatsächlich gemessene VO₂max?
Wo liegen meine individuellen Trainingsbereiche?
Wo liegen meine ventilatorischen Schwellen?
Bei welcher Belastung nutzt mein Körper besonders viel Fett?
Und welche Trainingsreize brauche ich, um mich weiterzuentwickeln?

Genau daraus entsteht eine Leistungsdiagnostik, mit der wir anschließend wirklich arbeiten können.

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