Es könnte von mir sein, ist es nicht

Zu sehen ist ein Sportler, der eine Goldmedaille in der Hand hat. Er hockt am Boden und sein Gesicht zeigt eine tiefe Depression. Das Sportler in Großaufnahme, die Farbcharakteristik ist meinen logofarben angelehnt.

Michael Phelps gewann 23 Goldmedaillen. Nach jeder einzelnen fiel er in eine tiefe Depression.

Die Psychologie weiß jetzt warum — und es betrifft uns alle. Er hat alles erreicht, was er wollte. Mehr als irgendjemand vor ihm. Und trotzdem saß er danach in seinem Zimmer. Allein. Und fragte sich, warum er sich so leer fühlt. Das nennt sich Post-Achievement-Depression. Und es ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist Neurochemie. Das Gehirn funktioniert mit Dopamin. Dopamin wird nicht bei Zielerreichung ausgeschüttet. Es wird beim Verfolgen eines Ziels ausgeschüttet. 

Die Jagd. Die Spannung. Das Streben.

In dem Moment, in dem das Ziel erreicht ist — stoppt die Ausschüttung. Und du stehst da. Mit der Medaille in der Hand. Und einem Gehirn, das gerade seinen Antrieb verloren hat. Das passiert nicht nur Olympioniken. Es passiert dem Unternehmer, der seine Firma verkauft. Der Mutter, die ihr Kind großgezogen hat und plötzlich nicht mehr weiß, wer sie ist. Dem Studenten, der seinen Abschluss macht und sich fragt, warum er sich nicht freut. Du hast jahrelang auf diesen Moment hingearbeitet. Und jetzt ist er da. Und er fühlt sich falsch an.

Die Sportwissenschaftlerin Dr. Oblinger-Peters von der Universität Bern forscht seit Jahren zu diesem Phänomen. Ihr Befund: Athleten, die die Medaille als Symbol ihres Weges sehen, leiden weniger. Athleten, die die Medaille als Ziel sehen, fallen tiefer. Der Unterschied liegt nicht im Ergebnis. Er liegt darin, was das Ergebnis für sie bedeutete.

Das ist kein Sportlerproblem. Es ist ein Zielproblem. Wenn das Ziel das Leben definiert, verliert das Leben seinen Sinn, wenn das Ziel erreicht ist. Wenn der Weg das Leben definiert, bleibt der Sinn — auch nach dem Ziel. Das Ziel ist der Anlass. Der Weg ist das Leben.

Die Frage ist nicht: “Was will ich erreichen?”
Die Frage ist: “Wer will ich sein, während ich es erreiche?”

Denn das Gehirn braucht kein Ergebnis, um glücklich zu sein. Es braucht Bewegung und Wachstum. Das Gefühl, dass es vorangeht.

Phelps selbst sagt heute: Er hat jahrelang nur für die Medaillen trainiert. Nicht für das Schwimmen. Als er aufhörte zu schwimmen, gab es nichts mehr, das ihn definierte.
Der Fehler war nicht der Sport. Der Fehler war, das Ziel mit der Identität zu verwechseln. Wenn du ein großes Ziel erreichst und dich leer fühlst… Du bist nicht kaputt. Dein Gehirn hat gerade seinen Domamin-Anker verloren. 

Baue keinen neuen Fixpunkt. Baue einen Weg, dem du für immer folgen willst.

Verfasser: unbekannt

 

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