VO₂max und Longevity: Warum wir unsere Fitness messen sollten

Wenn es um Longevity geht, sprechen viele über NAD⁺, NMN, Spermidin oder andere Biohacking-Strategien. Spannend ist dabei aber: Einer der am besten untersuchten Faktoren für gesundes Altern ist deutlich einfacher – unsere körperliche Leistungsfähigkeit. Besonders wichtig ist dabei die cardiorespiratory fitness, kurz CRF. Ein zentraler Messwert dafür ist die VO₂max.

VO₂max ist mehr als ein Wert für Ausdauersportler

Die VO₂max beschreibt, wie viel Sauerstoff unser Körper unter hoher Belastung aufnehmen und verwerten kann. Sie zeigt damit, wie gut Herz, Kreislauf, Atmung, Sauerstofftransport und Muskulatur zusammenarbeiten. Große Untersuchungen zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen hoher CRF und einem geringeren Risiko für vorzeitige Sterblichkeit. Pro zusätzlichem MET, also etwa 3,5 ml/kg/min VO₂, sinkt das statistische Sterberisiko deutlich. Für mich macht das die VO₂max zu einem der interessantesten Marker im Bereich Healthy Aging.

Entscheidend ist nicht nur der Wert, sondern die Veränderung

Noch wichtiger: Die VO₂max ist trainierbar. Studien zeigen, dass Verbesserungen der cardiorespiratory fitness mit einer Verbesserung der langfristigen Prognose verbunden sind. Deshalb ist die spannende Frage nicht nur:

Wie hoch ist meine VO₂max heute?

Sondern:

Kann ich sie erhalten oder verbessern?

Warum direkte Messung immer wichtiger wird

VO₂max kann geschätzt werden, zum Beispiel über Leistung, Geschwindigkeit oder Herzfrequenz. Für eine präzisere Diagnostik ist die Spiroergometrie allerdings deutlich aussagekräftiger. Dabei werden unter Belastung unter anderem Sauerstoffaufnahme, Kohlendioxidabgabe und Ventilation gemessen. Wichtig ist: Ein VO₂-Wert ist nur dann wirklich brauchbar, wenn der Test sauber standardisiert ist. Eine aktuelle Studie zeigte, dass bereits unterschiedliche verbale Motivation bei maximalen Belastungstests die gemessene VO₂peak deutlich verändern kann.  Das zeigt sehr schön:

Messen allein reicht nicht – man muss auch richtig messen.

Deshalb kommt die Spiroergometrie bei Boie-Sports zurück

Bei Boie-Sports werden wir demnächst wieder Spiroergometrien anbieten – diesmal mobil. Der Grund dafür ist einfach:
Die gemessene VO₂max wird nicht nur für den Ausdauersport immer interessanter, sondern zunehmend auch für Healthy Aging und Longevity.

Damit können wir künftig noch genauer beurteilen:

  • wie groß die aerobe Leistungsreserve ist
  • wie sich Training auf die VO₂max auswirkt
  • wie sich ventilatorische Schwellen verändern
  • wie effizient der Körper unter Belastung arbeitet
Und was ist mit NAD⁺, NMN & Co.?

Viele Longevity-Supplemente sind biologisch interessant. Aber hier ist die Evidenz deutlich weniger klar. Bei NAD⁺-Vorstufen wie NR oder NMN sehen wir zum Beispiel, dass bestimmte Biomarker steigen können. Ob das aber tatsächlich zu besserer Leistungsfähigkeit oder gesünderem Altern führt, ist bisher nicht eindeutig belegt. Deshalb bleibt für mich die wichtigste Botschaft:
Training schlägt Biohacking-Abkürzungen.

Fazit

Longevity muss nicht kompliziert sein. Wenn wir gesund und leistungsfähig älter werden wollen, gehören eine gute Muskelkapazität und eine hohe aerobe Fitness zu den wichtigsten Grundlagen. Die VO₂max ist dabei längst nicht mehr nur ein Wert für ambitionierte Ausdauersportler. Sie wird zunehmend zu einem wichtigen Marker für Healthy Aging.

Messen. Trainieren. Entwickeln.

Und genau deshalb wird die Spiroergometrie bei Boie-Sports künftig wieder eine größere Rolle spielen.

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